Abgesang auf einen Bürgermeister - Einwohnerversammlung in Ascheberg
Geschrieben von: AFW Dienstag, den 06. Juli 2010 um 12:14 Uhr
Wenn der Sinn des Redebeitrags von Joachim Runge gewesen ist, sich als den großen Gönner in der Gemeinde darzustellen, dann ist ihm das auf der Einwohnerversammlung am 5. Juli im Landgasthof Langenrade zweifellos gelungen. Eines vorweg: Mit Sicherheit hat Bürgermeister Runge sehr viel für die Bürgerinnen und Bürger in Ascheberg getan. Das will ihm auch niemand absprechen. Wenn er angerufen werde, sei er zur Stelle, sagte Runge. Das ist auch gut so und das wird von einem Bürgermeister auch erwartet. Aber...:
Ausführungen über die Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung gab es nicht!
Warum hat Herr Runge nichts über den Informationsfluss innerhalb der Gemeindevertretung berichtet?
Warum hat er nichts darüber gesagt, wie die Kommunikation mit den Ausschüssen aussieht?
Warum hat er nichts darüber gesagt, warum die Gemeindevertreter meinen, nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten zu können?
Ach ja, es gab den Hinweis, es könne ja jeder fragen...!
Runge betonte auch, wie viel er in die Gemeinde Ascheberg investiert hat. Immer wieder hat er „das Geld“ ins Spiel gebracht. So auch durch seine Ankündigung, mit den Spenden an die Vereine sei nun Schluss. Das bedeutet aber, dass beim Zuhörer der Eindruck entstehen könnte, das Bürgermeisteramt sei nur mit genügend Zahlungen auszufüllen.
Der ehrenamtliche Bürgermeister einer Gemeinde ist eine zentrale Stelle, ein Bindeglied zwischen Amt und Gemeindevertretung; er ist verantwortlich dafür, dass Informationen zwischen Amt und Gemeindevertretung vermittelt werden. Mit der Ansage des Bürgermeisters, die Anderen können ja fragen, ist die Aufgabe nicht erledigt! Der ehrenamtliche Bürgermeister ist weisungsgebunden. Er hält sich keine Gemeindevertretung aus 17 Frauen und Männern, die ihm zu Verfügung stehen. Nein, die Gemeindevertreter wählen einen Bürgermeister, der den Weisungen Gemeindevertretung grundsätzlich zu folgen hat.
Zu Äußerungen von Gästen der Einwohnerversammlung, die eine Notwendigkeit der Gemeindevertretung bezweifelten, zeigt der Blick in die Geschichtsbücher zu deutlich: Personen, die in alleiniger Regierungsposition eine Demokratie vermissen lassen haben sich auf Dauer nicht bewährt!
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