Kommentar KN 23.06.2010 zur damals geplanten Abwahl von Joachim Runge

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von H.-J. Schekahn Kieler Nachrichten
Konsequent
Temperamente sind verschieden. Bürgermeister Joachim Runge und die Gemeindevertretung saßen gemeinsam an einem Tisch, aber auf unterschiedlichen Welthalbkugeln. Auf der einen Seite Joachim Runge, ein erfolgreicher Unternehmer, der gewohnt ist, Kommandos zu geben und Widerspruch manchmal einfach überhört hat. Eben ein Praktiker, wie er selbst sagt. Auf der anderen Seite:
Ein demokratisch gewähltes Gremium, dass des öfteren schlichtweg fassungslos war, was in der Gemeindepolitik bereits vom Bürgermeister entschieden oder eingeleitet worden war, ohne dass ein Ausschuss oder die Gemeindevertretung dazu einen Beschluss gefasst hätte.
Joachim Runge ist ein Charakter, der sich in vorgegebenen Strukturen nicht sehr wohl fühlt. Seine Mitgliedschaft in der CDU warf er hin im Streit um die Abwasserentsorgung. Der Amtsausschuss wählte ihn nach verbalen Attacken als stellvertretenden Amtsvorsteher ab.
Bei aller Kritik: Joachim Runge ist ein außerordentlich engagierter und bürgernaher Bürgermeister, der für Anliegen jederzeit ein offenes Ohr hatte. Mit zahlreichen Spenden unterstützt er Vereine im Ort.
Aber eine Gemeindevertretung ist nun mal kein Gutshof, wo nur einer den Ton angibt. Insofern handeln die Fraktionen mit der Abwahl nur konsequent.